Ein Krankenwagen mit einer Schlaganfallpatientin an Bord bremst sich vor dem Krankenhaus ein. Die junge Neurologin, Dr. Kristína Saienko Šugárová, wartet schon vor dem Krankenhauseingang. Die Patientin wird vom Rettungsdienst entladen und Kristina drückt die Stoppuhr. Wenn kein Krankenassistent zur Verfügung steht, weil Personalmangel herrscht, hilft sie den Sanitätern beim Transport zum CT.

Bis der CT-Scan vorliegt, tauchen viele Fragen auf: Welche Art von Schlaganfall war es? Hat die Patientin sofort einen Krankenwagen gerufen oder gewartet? Das ist wichtig, denn durch ein Blutgerinnsel im Gehirn sterben in jeder Minute, die verstreicht, rund 1,9 Millionen Nervenzellen ab. Jede verlorene Minute kann zu einer größeren Schädigung des Gehirns der Patientin führen.

Die Stoppuhr läuft weiter…

Vom in Empfang nehmen der Patientin über die CT-Untersuchung bis hin zum ersten Teil der Behandlung – dem sogenannten Bolus – beträgt der persönliche Rekord der jungen Neurologin elf Minuten. Anderswo hätten es 40 Minuten sein können. Heute hatte die Patientin aber Glück. Der weitere Behandlungsplan wird für die Schlaganfallpatientin erstellt. Eines ist sicher: Wenn die Kooperationskette in der Akutmedizin nicht reibungslos funktioniert, werden die Nervenzellen im Gehirn weiter zerstört.

Das Leben zählt

Allein die Begegnung mit der Neurologin Dr. Kristina Saienko Šugárová gibt ihren Patienten ein positives Gefühl und kann schon eine heilende Wirkung haben. Wenn sie über die „Tricks“ spricht, um die Lebenschancen der Patienten zu erhöhen oder das Pflegemanagement zu verkürzen, fühlt man sich beruhigt.

Die akute Schlaganfallbehandlung ist aus Sicht der Neurologin der spannendste Teil der Neurologie: „Wenn sie uns einen Patienten bringen, der einen Schlaganfall erlitten hat und wir am nächsten Tag mit ihm sprechen können und sie/er alles wahrnimmt, was herum geschieht, dann ist das einfach unbezahlbar für mich und meine Kollegen. Unsere Fähigkeit unter Druck, bestimmte Entscheidungen für das Wohl des Patienten zu treffen, ist ausschlaggebend für seine Zukunft – das ist ein machtvolles Gefühl.“ Gerade während der Pandemie wird immer wieder über die schwierigen Arbeitsbedingungen der Mediziner und des Pflegepersonals gesprochen. Sie arbeiten Tag und Nacht für ihre Patienten, denn jeder einzelne Patient ist wichtig. Als achtsame Menschen sollten wir dazu beitragen, die Ärzte – wenn es denn möglich ist – zu entlasten.

Zum Glück ist Dr. Kristína Saienko Šugárová keine fiktive Actionheldin. Sie ist nicht ins Ausland abgewandert, sondern arbeitet in der Slowakei. Das ist für die Patienten eine sehr gute Nachricht.

Wiedergeboren werden

Die junge Neurologin ist besorgt über die Anzahl der Fälle, die hätten abgewendet werden können. Es gibt häufig Fälle von Patienten, die obwohl Anzeichen für einen Verlust der Funktionalität offensichtlich waren, nicht gehandelt haben und dadurch die Kontaktaufnahme mit einem Arzt verzögert haben. „Erschlaffte Mundwinkel, Taubheit der Finger, Sprachveränderung, Desorientierung oder sogar Schwindel können einige der Manifestationen bei einem Sauerstoffmangel im Gehirn sein“, erklärt Dr. Saienko Šugárová. Diese können zu dauerhaften, irreversiblen Schäden und einer Minderung der Lebensqualität führen.

Es gibt tausende Patienten, die gar nicht wissen, dass sie eine Herzrhythmusstörung oder ein Blutgerinnsel haben. Viele suchen dann meist zu spät einen Arzt auf und hoffen auf eine „Wunderheilung“ in Form eines Medikaments, das ihre Mobilität und Sprache wiederherstellt.  Andere Patienten aus der Praxis von Dr. Saienko Šugárová nehmen den Schlaganfall als erhobenen Finger des Schicksals wahr und bewerten ihre Beziehung zu ihrer eigenen Gesundheit neu. Und fangen an, das Leben zu schätzen.

Rehabilitieren, rehabilitieren, rehabilitieren

Ein ideales Szenario für eine schnelle medizinische Hilfe ist nicht immer möglich und das Ausmaß des Schadens kann zu einer Fehlfunktion des Gehirns führen. Die Folge: Der Patient kann sich nicht bewegen und ist auf eine 24-Stunden-Pflege angewiesen. „In der Akutmedizin retten wir das Gehirn und stabilisieren den Patienten. Die physiologischen Folgen behandeln Rehabilitationsärzte und Physiotherapeuten“, erklärt Dr. Saienko Šugárová.

Es ist sehr wichtig, wie die Lebensqualität nach einem Schlaganfall aussehen wird. Schließlich ist die schwere Behinderung eines Familienmitglieds auch ein sozioökonomisches Problem. „Erst im ADELI Medical Center wurde mir die unglaubliche Bandbreite an Möglichkeiten bewusst, die das Leben eines Patienten verbessern kann“, sagt die Neurologin: „Ich habe von Patienten gehört, die das Krankenhaus in einem hoffnungslosen Zustand verlassen haben und ins ADELI Medical Center gebracht wurden. Diese Patienten hatten alle eines gemeinsam: Eine Familie, die für sie kämpfte und mit ihnen gemeinsam in die Reha ging. Ich habe im ADELI Medical Center einen dieser ‚hoffnungslosen Fälle‘ getroffen. Die Patientin steht nun auf eigenen Beinen und kann wieder gehen.“

Reha und Herzlichkeit im ADELI Medical Center wirken Wunder

Die Wirkung der Rehabilitation im ADELI Medical Center hängt zu einem großen Teil von ihrer Intensität und hohen Frequenz ab. „Es geht aber vor allem um die Herzlichkeit, mit der im ADELI Medical Center mit den Patienten gearbeitet wird. Die familiäre Atmosphäre spielt eine große Rolle, weil ich sehe, wie sehr sich die Patienten auf die Menschen freuen, die bei ADELI arbeiten. Ich sehe fantastische Ergebnisse. Nach zwei Wochen sind deutliche Fortschritte erkennbar, und das nicht nur bei Patienten nach einem Schlaganfall, sondern auch bei Patienten, die Hirnverletzungen erlitten haben und im Koma waren“, sagt die Neurologin.

Einem jungen Patienten wurde geraten, in Würde in einem Pflegeheim zu leben. „Jetzt geht er mit Gehstock und kommuniziert – es ist ein Wunder“, ist Dr. Saienko Šugárová begeistert: „Aus medizinischer Sicht ist es unglaublich. Doch die Familie war so motiviert, den Jungen wieder auf die Beine zu bringen, dass er gekämpft hat wie ein Löwe – sowohl für sich selbst als auch für seine Mama. Ich beginne zu verstehen, dass sich diese Träume im ADELI Medical Center tatsächlich erfüllen. Das zeigt, dass die Medizin nicht das letzte Wort bei der Bestimmung der Prognose des Patienten hat.“

Früher war die junge Neurologin skeptisch, aber nach den medizinischen Erfolgen, die sie bei ihrer Arbeit im ADELI Medical Center gesehen hat, ist sie überzeugt, dass es immer eine Chance auf Verbesserung gibt.

Über Dr. Kristína Saienko Šugárová

Dr. Kristína Saienko Šugárová (31) kommt aus Šahy in der Slowakei. Schon als kleines Mädchen wollte sie Ärztin werden. Nach dem Vorbild ihrer Mutter, die als Krankenschwester tätig ist, behandelte sie Puppen, Hunde und Katzen. 2009 wurde sie an der Medizinischen Fakultät der Comenius-Universität in Bratislava aufgenommen. Während ihres Studiums praktizierte sie ab dem vierten Jahr jeden Sommer in der Neurologie. Im April 2021 erhielt sie die Attestation in Neurologie an der SZU Bratislava. Seit 2015 arbeitet sie in der Neurologischen Kliniken in Levice und Nové Zámky, führt ihre Ordination in Levice und widmet sich auch den Patienten des ADELI Medical Centers in Piešťany sowie der Ausbildung in der Prävention von Schlaganfällen. Sie ist verheiratet, ihr Ehemann Dr. Maksym Saienko ist Primarius in der Internen Abteilung des Krankenhauses AGEL in Levice.